Eklogit
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Fichtelgebirge

Natürliche Faszination in Franken

Eklogit von Stammbach

In Mitteleuropa in seiner Größe einzigartig. Deshalb auch zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns gehörend. So ragt das Eklogitmassiv des Weißenstein am Westrand des Fichtelgebirges nicht nur aus der Landschaft, sondern ist auch ein ganz besonderer Punkt auf geologischen Karten und ein großer Anlaufpunkt eben für Geologen. Entstanden in der Zeit vom Jungkambrium bis zum Ordovizium, also vor etwa 400 bis 500 Millionen Jahren, ist dieser Eklogit ein unheimlich hartes und dichtes Gestein. Ähnlich wie viele Gesteine Hochfrankens wurden seine Ausgangsmaterialien durch Kontinentalverschiebung in die Tiefe geschoben und unter unheimlich hohem Druck metamorph umgewandelt. Durch zwei Gebirgsfaltungen und die anschließend einsetzende Erosion kam das neue Gestein wie etwa der Granit oder der Gneis wieder an die Oberfläche. „Es wurde verschluckt und wieder ausgespuckt“, kann man sagen. Eklogit ist aber eine sehr seltene Gesteinsart, deren Vorkommen auf der gesamten Erde begrenzt sind. Charakteristisch für die dunklen Gesteine dieser Art auf dem Weißenstein sind ihre kräftig gefärbten mineralischen Einschlüsse: hauptsächlich der rote Granat und der grüne Pyroxen (Omphacit). Zu finden sind diese erdgeschichtlich bedeutenden Gesteinsformationen in eindruckvoller Größe direkt am Aussichtsturm dieses Berges, der übrigens das einzige Gebäude der Welt aus diesem Eklogit ist. Nicht umsonst ist der Weißenstein ein wichtiger Exkursionspunkt der Universität Bayreuth.